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Buchtipps - Empfehlungen Petra Dreesen

Kann ein Buch das Leben eines Menschen verändern?  Eines Menschen vielleicht, aber gleich von sechs Menschen? Genau das passiert in meinem nächsten Tipp. Es ist kein Buch mit Inhalt, sondern ein kleines, grünes Notizbuch, das Julian in Monica's Cafe liegen lässt.

Gibt es über den schlimmen Hungerwinter im Jahr 1946/47 noch etwas Neues zu erzählen? Ja, gibt es! Clara Lindemann beschreibt eine sehr emotionale Geschichte zweier Schwestern, die nach der Fluch aus Danzig im Norden Deutschlands landen und von da aus nach Hamburg reisen.

Hier verrät das altmodische schwarz- weiße Foto auf dem Cover, dass diese Geschichte nicht heute spielt. Es ist eine Zeit, die in Deutschland nicht mehr präsent ist: Die Zeit der deutschen Kolonien. Das Buch beginnt 1900 mit der Geburt eines Mädchens in Wuppertal. Sie gehört zu einer „Menschenshow“ aus Togo.

Schon das Cover verrät, wer hier „ermittelt“. Ihre Majestät, die englische Königin löst leidenschaftlich gerne Detektivgeschichten und nutzt dabei alle Möglichkeiten, die man sich nur denken kann. Unter anderem ihre neue Privatsekretärin Rozie, die erst jetzt erfährt ,was genau von ihr erwartet wird. Auf Schloss Windsor wird ein junger, russischer Pianist tot aufgefunden und der MI5 wittert einen Anschlag von Putin dahinter. Nicht so Ihre Majestät!

Tauchen Sie ein in die dunkle Welt der Wilderei! Ein sehr exotisches Sujet. Meine Buchempfehlung diesmal ist ein sehr ungewöhnlicher Titel. Es ist kein reines Sachbuch und auch kein True- Crime Titel, kein Geschichtsbuch und auch Entwicklungsroman. Was ist es also?

Die 75.jährige Bianca soll sparen und auf den Tod warten? Nicht mit ihr! Sie lernt auf Mallorca den sehr netten Rentner Wolfgang kennen und beschließt, ihr Vermögen lieber selber zu verjubeln, als alles ihren Kindern zu hinterlassen. Die befürchten, dass ihre Mutter auf einen Heiratsschwindler hereingefallen ist und rücken alle mit Kind und Kegel an.

Gibt es etwas Schlimmeres im Leben als Krieg, Hunger, eisige Winter, Flucht und Not? Ja, lautet die Antwort, die Tom Monderath unfreiwillig von seiner Mutter Greta erhält. Diese hat im Alter vergessen, was sie eigentlich nie erzählen sondern verdrängen wollte und beginnt nun doch aus ihrem Leben zu erzählen.

Ein kleines englisches Dorf, mit der zum Teil sehr liebenswürdigen Dorfgemeinschaft und auch allen nicht so guten Eigenschaften, steht im Mittelpunkt der Erzählung. Dort lebt und arbeitet Marigold, die den kleinen Lebensmittelladen führt und so etwas wie die Seele des Dorfes ist. Ihre Familie wird zunehmend wieder größer, als außer ihrer betagten Mutter auch wieder ihre beiden Töchter zurück ins Elternhaus ziehen. Es wird eng!

München im späten 19.Jahrhundert. Wilhelm von Gryszinski ist von Berlin nach Bayern gezogen und ist einer der ersten, der nach sehr modernen Gesichtspunkten (Forensik und Spurenauswertung) arbeitet. Man erfährt viel über die noch sehr junge Disziplin der Kriminalistik (Teil der Doktorarbeit der Autorin) und ganz besonders amüsant ist das Spiel zwischen preußischer Tugend und bayrischer Lebensart. Zitat: “Im Bier und im Tod sind alle gleich“. Auch ein gelungener Debütroman, bei dem man als Leser gerne in die Welt des 19.Jahrhunderts eintaucht. Weitere Bände sind in Planung!

Sowjetunion 1961. Major Vasin (KGB) wird nach Arsamas-16 geschickt, um den Tod eines jungen Physikers zu untersuchen. Moskau traut den örtlichen Behörden nicht! Ein geheimer Stützpunkt für Nuklearforschung, menschliche Begierden, naturwissenschaftliche Erklärungen und eine perfekte Darstellung der Gedankenwege der damaligen Sowjetführung.